ID37 ist ein differenzierender Persönlichkeitstest, der ein facettenreiches Bild der Persönlichkeit abbildet
Persönlichkeitstests messen standardisiert, wie Menschen denken, fühlen und handeln. Sie kommen im Recruiting, in der Führungskräfteentwicklung, im Coaching und in der Therapie zum Einsatz. Allerdings gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede: Typentests teilen Menschen in wenige Kategorien ein und gelten wissenschaftlich als überholt. Differenzierende Persönlichkeitstests wie ID37 hingegen bilden die individuelle Persönlichkeit auf mehreren Dimensionen ab – präzise, fundiert und aussagekräftig.
Auf einen Blick:
- Persönlichkeitstests sind standardisierte Verfahren der Psychologie zur Erfassung individueller Unterschiede.
- Typentests (z.B. MBTI, DISG) ordnen Menschen in wenige Kategorien ein – wissenschaftlich umstritten.
- Differenzierende Tests (z.B. ID37, Big Five) ermitteln individuelle Ausprägungen auf mehreren Dimensionen.
- Wissenschaftliche Qualitätskriterien: Objektivität, Validität und Reliabilität.
- Der ID37 Persönlichkeitstest umfasst 16 Dimensionen und ist besonders geeignet für den Einsatz in Unternehmen.
Was ist ein Persönlichkeitstest und wofür wird er eingesetzt?
Persönlichkeitstests sind standardisierte Verfahren der Psychologie, um individuelle Unterschiede im Erleben und Verhalten zu erfassen. Sie ermitteln Persönlichkeitsmerkmale, Motivation, Verhaltensweisen oder Präferenzen. Hierfür bewerten Einzelpersonen selbstbeschreibende Aussagen anhand von Skalen (Selbsteinschätzungstest, z.B. ID37), beantworten Fragen in einem Fragebogen oder die ein Testleiter stellt.
Persönlichkeitstests werden eingesetzt, um besser zu verstehen, wie Menschen denken, fühlen und handeln – und um Vorhersagen darüber zu treffen, wie eine Person sich in bestimmten Situationen verhalten könnte. Anwendung finden sie in Berufsberatung, Personalentwicklung und -auswahl, Coaching und Therapie. Das Ergebnis ist immer wertfrei – es werden keine kognitiven Fähigkeiten gemessen, wie etwa bei einem Intelligenztest.
Sind Persönlichkeitstests wissenschaftlich fundiert?
Nicht alle – die Erfüllung der Qualitätskriterien Objektivität, Validität und Reliabilität unterscheidet einen wissenschaftlichen Test von einem unwissenschaftlichen. Psychologische Verfahren müssen nachweisen, dass sie zuverlässige und valide Daten liefern und dass sie das messen, was sie zu messen vorgeben.
Wissenschaftlich entwickelte Tests legen offen, in welchem Maße sie die Qualitätskriterien erfüllen. Kann ein Testverfahren kein Testmanual mit Kennwerten vorweisen, könnte dies darauf hinweisen, dass es sich um ein nicht-wissenschaftliches Verfahren handelt. Der ID37 Persönlichkeitstest erfüllt die Qualitätskriterien und beinhaltet eine Normierung. Das wissenschaftliche Manual kann auf der ID37 Website heruntergeladen werden.
Was unterscheidet Typentests von differenzierenden Persönlichkeitstests?
Typentests teilen Menschen in wenige feste Kategorien ein, während differenzierende Tests individuelle Ausprägungen auf mehreren Dimensionen ermitteln. Beide Ansätze werden in Unternehmen eingesetzt, doch ihr Erkenntnisgewinn unterscheidet sich deutlich.
Bei typisierenden Persönlichkeitstests werden sehr unterschiedliche Menschen einem Persönlichkeitstyp zugeordnet. Es wird suggeriert, sie seien einander sehr ähnlich – während Mischtypen gar nicht abgebildet werden. Die Gefahr der Stigmatisierung ist hoch.
Differenzierende Persönlichkeitstests ermitteln die individuellen Unterschiede zwischen Menschen auf mehreren Dimensionen. Jede Dimension kann von sehr niedrig über moderat bis sehr hoch ausgeprägt sein. Dies bringt eine enorme Informationsvielfalt mit sich, die eine präzise Analyse der Einzelperson ermöglicht.
Welche Vorteile und Nachteile haben Typentests?
Typentests wie MBTI, DISG oder Insights Discovery bieten einen einfachen Einstieg in die Selbstreflexion – haben aber erhebliche wissenschaftliche Schwächen.
Vorteile:
- Einfache Identifikation mit einem Persönlichkeitstyp
- Anstoß zur Selbstreflexion: Hinterfragung des eigenen Denkens, Fühlens und Handelns
Nachteile:
- Vereinfachung und Verzerrung: Die Einteilung in feste Typen berücksichtigt nicht die Vielfalt der Menschen. Mischtypen werden ignoriert. Die Einteilung fördert Schubladendenken und Stigmatisierung.
- Nicht gesicherte Wissenschaftlichkeit: Die Fragebogen sind meist nicht empirisch entwickelt. Oft fehlen Informationen über die Erfüllung wissenschaftlicher Qualitätskriterien.
- Beschränkung: Die Festlegung auf einen Typ kann dazu führen, dass Menschen ihre Fähigkeit zur Weiterentwicklung einschränken.
- Geringe Aussagekraft: Prognosen über Verhalten in verschiedenen Situationen lassen sich für Einzelpersonen nicht treffen.
Was kennzeichnet differenzierende Persönlichkeitstests?
Differenzierende Tests wie ID37, Big Five, Reiss Motivation Profile oder BIP bilden die individuelle Persönlichkeit auf mehreren Dimensionen ab – präzise und wissenschaftlich fundiert.
Vorteile:
- Individualität: Erkennen der Einzigartigkeit einer Person anhand individueller Ausprägungen auf verschiedenen Persönlichkeitsdimensionen.
- Vorhersagekraft: Eine genaue Analyse ermöglicht Prognosen über Verhalten und Reaktionen in verschiedenen Situationen.
- Entwicklungspotenzial: Das Persönlichkeitsprofil hilft, persönliche Potenziale zu entdecken und für die individuelle Lebensplanung zu nutzen.
Nachteile:
- Komplexität: Die Auseinandersetzung mit dem Persönlichkeitsprofil erfordert Zeit und möglicherweise Expertenwissen, um es vollständig zu verstehen.
Warum empfiehlt die Wissenschaft differenzierende Tests?
Weil differenzierende Tests die Komplexität und Variabilität der menschlichen Persönlichkeit erfassen können – Typentests nicht. Wissenschaftler wie Marcus Roth (Universität Duisburg-Essen), Uwe Kanning (Hochschule Osnabrück) und Prof. Joseph Devlin (Cognitive Neuroscience) lehnen Persönlichkeitstypen ab, weil sie empirisch nicht haltbar sind. Sie empfehlen differenzierende Persönlichkeitstests, sofern der wissenschaftliche Nachweis vorliegt.
Typenbildende Persönlichkeitstests sollten im beruflichen Kontext vermieden werden.
Der ID37 Persönlichkeitstest umfasst 16 Dimensionen (16 Lebensmotive) und bietet eine besonders hohe Differenzierungsfähigkeit. Im Vergleich zu anderen differenzierenden Modellen wie dem Big-Five-Modell liefert ID37 eine umfassendere Beschreibung der Persönlichkeit. Der Test ist normiert, die Ergebnisse lassen sich vergleichen – das macht ID37 besonders geeignet für den Einsatz in Unternehmen und Teams.
Details zur Entwicklung des ID37 Tests und psychologische Grundlagen können im Fachbuch „Die ID37 Persönlichkeitsanalyse" nachgelesen werden.
Wie schneidet ID37 im Vergleich mit anderen Tests ab?
ID37 stellt einen Überblick über verschiedene professionelle Persönlichkeitstests zur Verfügung. Hierfür einfach das Kontaktformular ausfüllen und im Textfeld den Hinweis „Überblick über Persönlichkeitstests" geben.
Wer die Rolle von Persönlichkeitsdiagnostik im Coaching vertiefen möchte, findet bei Prof. Dr. Christoph Kemper weiterführende Einordnungen. Und wie Empathie durch Selbstkenntnis gezielt entwickelt werden kann, zeigt ein weiterer Beitrag.
Häufige Fragen zu Persönlichkeitstests
- Sind Persönlichkeitstests seriös?
Das hängt vom Verfahren ab. Wissenschaftlich fundierte Tests erfüllen die Qualitätskriterien Objektivität, Validität und Reliabilität. Tests ohne Testmanual oder empirische Grundlage gelten als nicht seriös. - Was ist der Unterschied zwischen MBTI und ID37?
MBTI ist ein Typentest, der Menschen in 16 Persönlichkeitstypen einteilt. ID37 ist ein differenzierender Test, der individuelle Ausprägungen auf 16 Lebensmotiven ermittelt – ohne Schubladen. - Kann ein Persönlichkeitstest die Persönlichkeit verändern?
Nein. Ein Persönlichkeitstest misst vorhandene Merkmale. Er kann aber das Selbstverständnis verbessern und damit gezielte Entwicklung ermöglichen. - Wofür wird der ID37 Test in Unternehmen eingesetzt?
Für Personalentwicklung, Teamanalyse, Führungskräfteentwicklung und Coaching. ID37 ist normiert und ermöglicht den Vergleich individueller Profile.